29. Mai 2019 – Zurück bei Freunden

Meine Idee war es wieder nach “Alberti” zu meinem Freund Raba zu fahren. Als ich aber in “Rawson” spontan noch Nico besuchte, überredet er mich, zum BBQ zu bleiben. Das konnte ich ja nicht ausschlagen 🙂
Da kam ich dann endlich doch noch zu meiner heiss ersehnten Dusche. Phoaaaaa war das schön 🙂

Er zeigte mir dann seine Firma, wo er mit einem Mitarbeiter, äusserst erfolgreich Dünger und Pestizide vertreibt, stellte mir einige seiner Klienten in deren Firmen vor und führte mich rund um das idyllische Dörfchen herum um mir die Region etwas zu zeigen. Das war genial. Abends war dann natürlich das BBQ mit Freunden angesagt.

Am nächsten Tag fuhr ich gestärkt, durch das verzehrte Fleisch, weiter nach “Alberti” zu Raba.
Dort blieb ich noch ein paar Tage und verstaute mein Motorrad sicher in seinem Abstellschopf, da ich für den Moment ohne Motor unter dem Hintern weiterziehen wollte.
Nach einigen BBQ’s mit seiner Familie und seinen ausgeflippten Freunden, reiste ich mit dem Bus, zwei Tage lang quer durch den Kontinent, bis nach “Santiago de Chile”, da ich von dort aus einen Flug gebucht hatte, einen Flug nach…. 

16. Mai 2019 – Grosse Runde

Am ersten Tag ging es bei bestem Wetter über 500 km nordwärts, bis nach “San Gregorio de Polanco” direkt am “Lago Rincon del Bonete”. Ich kam rechtzeitig zum Sonnenuntergang und der war einfach spektakulär. Die Sandstrände und riesigen grünen Wiesen direkt am See wirkten durch den rotglühenden Himmel und das Spiegeln an der Wasseroberfläche, noch spektakulärer.

Weiter reiste ich durch die abgelegenen Landschaften der Region “Tacuarembo”. Unglaublich wie viele riesige Landwirtschaftsflächen es hier gibt, wo man stundenlang über Kieswege fahren kann und nur ganz selten Menschen sieht. Und wenn, dann sind es Bauern beim Arbeiten. Umso mehr trifft man aber auf gigantische Kuhherden und wilde Pferde in der Einöde.

Uruguay lebt fast nur von der Landwirtschaft, vom Holzanbau und Tourismus. Deshalb ist auch in der Wintersaison, welche langsam anbrach, überhaupt nichts los im Land.
Das Wetter wurde auch wieder schlechter und es regnete fast jeden Tag. Zum Glück aber nicht zu heftig.

Meine Reise führte mich bis zur Grenzstadt “Rivera” an der Brasilianische Grenze. Da fühlte ich mich gar nicht wohl. Die Armut und Kriminalität, war förmlich zu spüren. Da ich auch fast im Schlamm versank, kehrte ich auf meiner geplanten Route um, fuhr ein Stück zurück und nahm einen sicheren asphaltierten Weg rüber nach “Bella Union”. Dort campte ich am Dreiländereck zu Argentinien und Brasilien. Nur blöd, dass wegen den Regenfällen der Fluss über die Ufer trat. Spät abends, in der Dunkelheit blieb ich mehrere Male im Schlamm stecken und hatte Schwierigkeiten, um ein trockenes Plätzchen zu finden und mein Zelt aufzubauen, was mir aber schlussendlich dann doch noch gelang.

Am nächsten Morgen fuhr ich dem Fluss “Rio Uruguay” an der Westgrenze entlang hinunter. Durch kleine, abgelegene, sehr friedliche Dörfchen wie “Belen” und die grösseren und etwas schmutzigeren und teilweise vom Fluss überfluteten Städte “Salto”, “Concordia” und “Paysandu” bis nach “Mercedes” wo ich wieder Zuflucht beim Motorradclub “Linyeras MC” fand.

Die letzten Tage hatte ich immer irgendwo abgelegen in der Natur im Zelt gepennt, Naturtoiletten genutzt. Ich konnte nur selten duschen oder mich waschen. Umso enttäuschter war ich, als im Clubhaus der Motorradgang, die Dusche auch nicht funktionierte. Also fuhr ich am nächsten Tag weiter über die, in riesigem Bogen über den Fluss gespannte Grenzbrücke, nach Argentinien, in der Hoffnung da eine Dusche zu finden. Hahaha

In den zwei Monaten in Uruguay, habe ich wesentliches über das Land gelernt, viele Einheimische kennengelernt und war bei ihnen zu Gast, bin sowohl in die entlegensten Ecken vorgedrungen und habe auch die touristischen Orte erkundet. Es ist ein wundervolles Land voll aufgestellter, toller Menschen und malerischen Landschaften.

11. Mai 2019 – Kleine Runde

Mit dem Bus reiste ich zurück nach “La Paloma” um da wieder auf meine Tornado umzusatteln.

Dann ging es der Küste entlang durch “La Pedrera”, “Aguas Dulces”, “Punta del Diablo” und die Grenzstadt zu Brasilien “Chuy”. Nach einem Zwischenstopp in der “Quebrada de los Cuervos”, um eine Wanderung durch den Nationalpark zu machen fuhr ich bis nach “Melo”, ganz nördlich hoch.

Danach wieder runter durchs Mittelland nach “Cerro Chato” und “Minas”. Da war nochmals Wandern angesagt und die Besichtigung der schönen Altstadt.

Von da aus fuhr ich wieder nach “Punta del Este” um Freunde zu treffen.

Einschub:
Es ist erstaunlich wie viele, riesige Windräder, ja teilweise ganze Windräderfelder im ganzen Land stehen. Bereits weit über 50% des Strombedarfs wird durch diese erneuerbare Energie, gedeckt.
Dazu folgende interessante Artikel: Link

Da das Wetter so schlecht geworden war und es jeden Tag heftig regnete, steckte ich über eine Woche in “Punta del Este” fest. Durch die ständigen Stromausfälle konnte man auch kaum den Laptop oder das Handy benützen und trockene, warme Plätzchen waren auch rar. Da wurde es einem schon fast etwas langweilig und die Kälte des angekommenen Herbstes war nicht sehr angenehm.
Dann besserte das Wetter zum Glück wieder und ich brach zum meiner letzten grossen Runde durch den Rest des Landes auf.

2. Mai 2019 – Montevideo

Zufällig bin ich in “Montevideo” in das “Lounge Hostel” des durchgeknallten Koreaners Martin geraten. Sehr einfach und günstig mit genialer Bar und bester Lage, direkt am Hafen. Alle die da gearbeitet haben waren super cool aber auch 24 Stunden lang bekifft 🙂

Marihuana ist in Uruguay legal seit ein paar Jahren. Das mag gewisse Vorteile haben. Neben den Genussmittelkonsumenten vor allem auch für den Staat. Es zeichnen sich aber auch schon negative Anzeichen ab. Da es nur in gewissen Apotheken verkauft werden darf und nur sehr schwaches Gras, besteht weiterhin ein illegaler Drogenhandel mit gutem Gras, was automatisch auch Gewalt mit sich bringt.
Und da das Kiffen weitgehen akzeptiert ist, sind junge Leute viel häufiger den ganzen Tag am Kiffen und weniger an Schule, Studium und Arbeit interessiert. Für mich ist klar, dass die Retourkutsche früher oder später für das Land kommen wird. Aber das nur nebenbei.

Das Zentrum “Montevideos” ist sehr beindruckend mit seinen riesigen, kolonialen Gebäuden und den farbenfrohen Graffitis überall an Wänden und Böden. Man kann die Kamera gar nicht mehr weglegen und entdeckt jeden Tag neue Kunstwerke.
Insgesamt blieb ich ganze 2 Wochen in der Stadt und genoss das, für eine solch grosse Metropole, beindruckend relaxte Stadtleben.
Zum Schluss traf ich die deutschen Sandra und Andreas wieder. Noch ein letztes Mal bevor es für sie zurück in die Heimat ging.

16. April 2019 – Küste Uruguays

Die letzten beiden Wochen bin ich der wunderschönen Küste entlang gereist.
Die bekannte Kolonialstadt “Colonia del Sacramento” ist super interessant mit all den alten Gebäuden und Pflastersteinstrassen. Dort traf ich auf das deutsche Paar Sandra und Andreas mit ihrem Hund Luke. Ein ganz tolles Trio, welches mit ihrem Wohnmobil durch Südamerika reist.

Knapp eine Stunde entfernt befindet sich die einstige Schweizer Kolonie “Nueva Helvecia”.
Ausser dem Eingangsportal und einigen Schweizer Kantonswappen an den Häusern, kann man nicht mehr viel schweizerisches entdecken. Die Ausnahme ist das “Hotel / Camping Suizo”. Das ist sehr schweizerisch und der Besitzer spricht sogar noch Deutsch (Da habe ich auch das deutsche Trio wieder getroffen :-))
Wenn man mit den Einheimischen spricht, erfährt man, dass sehr viele, Schweizer Abstammung der nun aber schon dritten Generation sind.

Weiter ging es via “Piriapolis” nach “Punta del Este” ein teures Luxus Ferien Paradies wo die Hochhäuser überall aus dem Boden spriessen und in der Hochsaison völlig überfüllt sein muss. Zum Glück ist diese aber schon vorbei. Es ist zwar etwas kühler, dafür hat es fast keine Leute mehr und ist bezahlbar. Leider halt auch etwas langweilig.

Nächster Stopp war “La Paloma” ein sehr nettes Städtchen mit unglaublich schönen Stränden und einer gigantischen Lagune. Dort nächtigte ich im “Alba Luz” Hostel. Die Besitzer Ana und Pedro sind einfach genial. Mega herzlich und hilfsbereit. Da konnte ich dann mein Motorrad einstellen, weil sich die nächste Station, “Cabo Polonio” in einem Nationalpark, der komplett aus sandigem Untergrund besteht, befindet und nur mit speziellen Trucks erreicht werden kann.
Das kleine Hippidorf ist absolut relaxt und völlig abgeschnitten von der Zivilisation. Genial um auszuspannen, die traumhaften, im moment menschenleeren Strände und die Sonnenuntergänge zu geniessen.

Da bereits kurz vor Ostern war, galt es eine Entscheidung zu treffen. In dieser Woche ist nämlich im ganzen Land Party angesagt aber leider auch viel Regen auf dem Radar. Also entschloss ich mich nach “Montevideo” zurück zu fahren da ein Stranddorf mit Regen nicht so spannend ist.
Meine Tornado durfte ich bei Ana und Pedro stehen lassen. Da war ich sicher, dass sie gut aufgehoben ist und liebevoll betreut wird 🙂

2. April 2019 – M.A.I Uruguay

Nach 2 Tagen fuhr ich dann weiter nach “Montevideo” der Hauptstadt Uruguays.
Mit 1,3 Millionen Einwohnern macht “Montevideo” mehr als 1/3 der insgesamt 3,4 Millionen Einwohnern Uruguays aus. Man bedenke, dass sind 2,5 Mal weniger als in der Schweiz, das Land ist aber Flächenmässig 4,2 Mal grösser. Da hat es also Platz zum versauen 🙂

Per Zufall bin ich vor ein paar Wochen mit der Motorradgruppe M.A.I in Kontakt gekommen. Da sind viele Motorradfahrer im ganzen Land verteilt mit dabei. Die Gruppe gibt es auch in anderen Ländern. Somit kann man gratis Übernachtungsmöglichkeiten finden, Duschen, Wäsche waschen oder Hilfe organisieren, wenn man ein Problem oder einen Schaden hat. Das ist absolut genial. So fand ich Zuflucht bei der Präsidentin des Clubs, Mariela persönlich. Sie lebt mit ihrer Familie weit ausserhalb des Zentrums von “Montevideo”, in einem eher unsicheren Viertel. Ich wurde aber von ihnen sehr gut behütet und über die Gefahren aufgeklärt. Am ersten Abend wurde ich direkt an einen Kindergeburtstag mitgenommen. Solche Anlässe arten hier drüben zu später Stunde immer auch zu Erwachsenenpartys aus. Mit gutem Essen, viel Musik, Tanz, Karaoke und reichlich flüssigem Genussmittel 😉

Da hat es mich doch auch noch zum Karaoke erwischt. Naja. Ich tat mein Bestes. Hahaha.
Es haben zwar alle gemeint es wäre super gewesen. Also Lügen können sie 🙂
Und die vielen Fotos mit dem Ausländer, dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Die nächsten Tage machten wir einen Ausflug mit den Motorrädern der Küste entlang und
ich wurde ins Clubhaus der “Motoratones” eingeladen um die Gang kennen zu lernen. Das war ganz lässig.
Vom touristischen Zentrum habe ich gar nichts gesehen. Ich werde aber später sicher zurückkommen, um da auch noch etwas einzutauchen.

30. März 2019 – Uruguay

Am späten Abend bin ich in “Mercedes”, Uruguay an der Tankstelle angekommen, wurde von einem Freund abgeholt und ins Clubhaus des Motorradclub “Linyeras MC” geleitet. Dort konnte ich vorläufig nächtigen und mich im neuen Land erstmals etwas orientieren.

Es war sehr kompliziert Bargeld zu bekommen. Da in diesem Land ausländische Maestro Karten nicht akzeptiert werden, sondern nur Visa. Aber Visa hat riesige Gebühren für den Bargeldbezug am Automaten. Ich fand schliesslich heraus, dass es in meinem Fall am besten ist, den höchst möglichen Betrag in US Dollar abzuheben und dann in uruguayische Pesos zu wechseln.

“Mercedes” ist ein schönes, ruhiges Kolonialstädtchen mit rustikalen, alten Häuschen und einem traumhaften Fluss mit idyllischen Ufern als Highlight.

Uruguay ist ein sehr teures Land, das teuerste in dem ich bisher in Südamerika war. Vor allem die Lebensmittelpreise sind extrem hoch. Sogar teurer als in der Schweiz. Wenn man bedenkt, dass man mit einem normalen Beruf um die 700 US Dollar verdient, ist es fraglich wie die Menschen über die Runden kommen. Aber irgendwie geht’s. Die meisten haben auch ein Dach über dem Kopf und kommen bei einem sehr sparsamen Lebensstiel, gerade so durch. Armut sieht man eigentlich nicht viel. Das Land wirkt stabil aber einfach und bescheiden so wie auch die Menschen. Und natürlich sehr freundlich, hilfsbereit und lebensfroh.

Es ist verhältnismässig sehr sicher hier. Vor allem auf den Strassen. Die Verkehrsregeln werden streng kontrolliert und eingehalten, da sie krass hohe Bussen verteilen. Wie in der Schweiz. Da musste ich mich schon schnell umgewöhnen, sonst würde es nur so Bussen hageln 🙂

28. März 2019 – Raba 76

Am Freitag reiste ich dann früh morgens los, da ich erneut eine Monsterstrecke vor mir hatte. 700 km bis nach “Alberti” in der Provinz “Buenos Aires”. Die Strecke war überraschend schön. Sehr viel Landwirtschaft war zu sehen. Eigentlich sehr ähnlich wie in der Schweiz, einfach alles viel grösser. Vor allem die Felder und Maschinen. Nur die Kühe sind in etwa gleich gross wie bei uns 🙂

In “Alberti” besuchte ich Raba. Auch einer der “Chachitos” Jungs. Raba hat in dem kleinen Städtchen ein Haus mit direktem Zugang zu seiner Motorradwerkstatt. Sehr schön. Da konnte ich umsonst wohnen und mein Motorrad renovieren. Super cool. Er zeigte mir das Städtchen, die Umgebung und machte mich mit all seinen Freunden bekannt. Er ist so etwas wie eine lokale Persönlichkeit und jeder im Ort kennt ihn. Abends gingen wir meist in die private, kleine Bar seines verrückten Kumpels Coquera. Dort treffen sich alles Männer mittleren Alters, die sich in der Midlife-Krise befinden. Man könnte auch von einer sich betrinkenden Selbsthilfegruppe sprechen. Hahaha.
Auf jeden Fall läuft da immer etwas und ist super lustig.

Zwischendurch sind wir noch auf die Motocross Strecke gegangen. Also Raba zum Trainieren und ich als sein Fotograf 🙂 Er fährt schon ein Leben lang mit der Nummer 76. Deshalb heisst seine Werkstatt auch “Raba 76”. Durch seine Erfolge wurde er in der Region und im Metier sehr bekannt.

Eines Abends trafen wir uns in “Chivilcoy” zum Nachtessen mit Nico und David auch Teil der “Chachito” Gang. Somit habe ich nun fast alle Jungs wieder getroffen. Fehlt nur noch der durchgeknallte Tito. Aber den erwische ich auch noch 🙂

Nach einer tollen Woche fuhr ich weiter Richtung Uruguay. Unterwegs besuchte ich noch Nico im Dorf “Rawson”. Er hat dort seine eigene Firma welche Dünger, Pestizide, etc. für die Landwirtschaft verkauft. Bei seiner reizenden Mutter waren wir noch zum BBQ eingeladen bevor ich dann am selben Tag Argentinien verliess und in Uruguay auf absolutes Neuland stiess.

Gracias Raba 76, Nico, Coquero y el resto de los locos alla. Nos vemos pronto

22. März 2019 – Juans Container

Ich wurde in “Villa Yacanto” bereits von Juan, seiner Freundin Marina und deren Tochter Bianca mit einem leckeren Nachtessen und einer Flasche Wein erwartet.

Juan hatte ich letztes Jahr beim Motocross Weltcup in “Villa la Angostura” kennengelernt. Damals hatte er noch sein eigenes Motorrad-Ersatzteil-Geschäft in “Chivilcoy” welches er über Jahre aufgebaut hatte. Da er plötzlich sein Leben ändern wollte, verkaufte er sein Geschäft zu einem guten Preis und zog in die Provinz “Cordoba” wo auch die Eltern von Marina leben.

Sie haben sich da ein kleines Stückchen Land und ein paar alte Schiffscontainer gekauft und bauen sich daraus ein Häuschen.

Ein super geiles Projekt. Ich kanns nicht anders sagen. Das wäre genau mein Ding. Mein eigenes Häuschen aus ein paar Containern zu bauen. Vielleicht mache ich das später in der Schweiz, wenn es mir die Gemeinde bewilligt. Hahahaha.

Ich blieb ein paar Tage bei ihnen und genoss die grosszügige, typisch argentinische Gastfreundschaft. Wir machten Ausflüge nach “El Durazno” und “Belgrano” (Deutsches Einwanderer Dorf) und genossen einfach die Zeit zusammen bei immer super Essen, gutem Wetter und top Aussicht.

Muchas gracias Juan, Marina, Bianca, Monica y Roberto para la hospitalidad y alegria 🙂

19. März 2019 – Ruta 40 fast komplett

Weiter ging es rüber nach Argentinien. Diesmal überquerte ich die Grenze weiter oben bei “Pucón”,

mit Blick auf den mächtigen “Vulkan Lanin”. Danach durch die abgeschiedene Region “Aluminé” wo ich blöderweise einen kleinen Sturz hatte und sich die Vorderbremse verabschiedete 🙂 Ich hatte es zuerst gar nicht gemerkt und als ich das erste Mal wieder bremsen wollte, fehlte da einfach der Bremshebel 🙂 So musste ich dann 100km in die nächste Stadt fahren, um da einen neuen zu kaufen. Das hat zum Glück reibungslos geklappt und ich konnte direkt weiterreisen.

Weiter folgte ich die nächsten paar Tage der “Ruta 40” nordwärts bis nach “Mendoza”. Geschlafen habe ich immer im Zelt irgendwo in der Wildnis und eine Dusche gab es nur einmal an einer Tankstelle. Die Strecke ist einfach genial und zu Recht weltbekannt. Sie durchquert Argentinien nämlich mit 5301 km komplett von Norden nach Süden. Somit habe ich nun mit insgesamt 5200km, fast die ganze Ruta 40 abgefahren in den letzten 1,5 Jahren. Da bin ich doch nun wirklich stolz drauf 🙂

In “Mendoza” besuchte ich Norbert und Andrea, ein dort ansässiges Schweizerpaar, dass gut mit meiner Cousine und ihrer Familie befreundet ist. Sie arbeiten im Tourismus und exportieren Wein in die Schweiz. Falls mal jemand Interesse hat. The Bodega

War super lässig mit den Beiden.

Nach einem sehr strengen Wochenende welches sich im San Paddys Day am Sonntag gipfelte fuhr ich am Montagnachmittag weiter Richtung Cordoba um da einen Kumpel der “Chachitos” zu besuchen Nach einer sehr erholsamen Nacht im Zelt und Besuch im Nationalpark “Sierra de las Quijadas” nahm ich die nächsten 450 km bei starken Regenfällen, Nebel und Kälte in Angriff. Spät abends, kam ich dann endlich komplett durchnässt und kaputt in “Villa Yacanto” in der Region “Cordoba” an.

11. März. 2019 – Motocross & Honig

So bin ich also am Freitagabend safe aber etwas zerknittert wegen der langen Fahrt, in “Villa la Angostura” angekommen. Wie es der Zufall wollte war auch mein Mechaniker-Freund Gabriel aus “San Juan” für den Motocross Weltcup mit seiner Familie nach Süden gereist. Sie konnten das Ferienhäuschen eines Freundes besetzen und da war auch noch ein Bett für mich frei. Absolut genial.

Am nächsten Morgen ging es dann los mit dem Motocross. Wie schon letztes Jahr waren tausende Menschen für das Spektakel angereist. Die Stimmung war super. Und die Rennen spektakulär. Etwas später kamen dann auch meine Freunde, die “Chachitos” aus Buenos Aires an. Diese lustige Truppe lernte ich letztes Jahr kennen und wir verbrachten eine tolle Zeit zusammen. Abends bin ich dann jeweils mit Freunden des Campings vom letzten Jahr weggegangen. Es lief also immer was. Ein super, verlängertes Wochenende.

Via “San Martin de los Andes” und der Fähre durch den “Lago Pirihueico” reiste ich dann wieder zurück nach Chile um in der Region “Valdivia” einen Freund der Familie Rösli zu besuchen.

Der verrückte Schweiz-Chilene Peter lebt da mit seiner Frau Carmen auf seinem Bauernhof weitab der Zivilisation. In Chile geboren und später in der Schweiz die Ausbildung zum Landwirt im Strickhof und die Rekrutenschule gemacht. Danach war er natürlich super gerüstet für Chile wo es solch gute Ausbildungen gar nicht gab. Mittlerweile sind beide pensioniert und arbeiten mehr noch als Hobby etwas gemütlicher. Vor allem super leckeren Honig machen sie. Das war sehr interessant etwas mitzuhelfen und zu lernen wie das funktioniert.

Ihr riesiges Stück Land ist ein wahres Paradies. Kühe, Pferde, Hunde, Katzen, Bienen und weitere Viecher. Die Natur soweit das Auge reicht und dann haben sie noch ein traumhaftes Wochenendhäuschen an der Küste auf einem Felsen hoch über dem Strand in “Chan”. Da sind wir auch mal mit Motorrad und Quad hingefahren. Ein richtiges Abenteuer dahin zu kommen.

An meinem Geburtstag sind wir dann, nachdem wir den Motor repariert hatten, mit seinem Boot den Fluss hinunter bis fast nach “Valdivia” gefahren. Ein wunderschönes Naturreservat übersät mit Schwänen und ein kühles Bier gab es auch noch 😉

Es war einfach eine wunderschöne, actionreiche Woche und ich habe so viel gesehen und gelernt. Genial.

Danke Carmen und Peter

27. Feb. 2019 – Motorrad Down

Zuerst ging es rüber an die Pazifikküste und runter bis nach “Pichilemu”, Chiles Surfhochburg.

Da verbrachte ich 2 Tage auf dem “Camping Surfarm” und genoss den schönen und jetzt schon leeren Strand.

Und weiter ging es nach Süden, vorbei an den Salzseen “Lo Valdivia” bis knapp vor “Llico”. Da ist mir dann im Wald plötzlich völlig unvorhergesehen mein Motorrad abgestorben.

Ich habe es dann bei brütender Hitze so weit als möglich zerlegt und alles mir bekannte kotrolliert und versucht den Schaden zu beheben. Leider ohne Erfolg.

Da ich letztes Jahr die sehr lange und anstrengende Reise durch Patagonien gemacht habe, schwer beladen und das Gas immer am Anschlag wegen der starken Winde, waren die Ventile und der Zylinder komplett hinüber.

Ein netter Chilene hat dann angehalten und mich bis ins Dorf zum einzigen Mechaniker weit und breit abgeschleppt. Dieser konnte mir leider auch nicht helfen. 

Shiiiiiit!!! “Motorrad Down”… Again…

Da sass ich nun mit einem Motorschaden und einem engen Zeitplan, um die Events im Süden zu besuchen. Die Möglichkeiten waren das Motorrad da zu lassen mit dem Bus weiterreisen und später zurückkommen. Oder einen Transport zu organisieren ins nächst, grössere Dorf wo es evtl. einen Mechaniker gab, der mir evtl. helfen könnte. Die Ersatzteile müssten aber sowieso in Santiago bestellt werden. Das beste Szenario wäre also zurück nach Santiago in die Werkstatt. Da kann ich umsonst wohnen und die Reparaturen machen. Ich fing also an die netten Leute des kleinen Küstendörfchens zu bequatschen und plötzlich kam heraus, dass der Nachbar Kelo (Bürgermeister) am nächsten Morgen mit seinem Laster nach Santiago fahren musste, um Baumaterial abzuholen. Ich fragte ihn also ob es möglich wäre mir zu helfen. Ohne mit der Wimper zu zucken willigte er ein und sagte ich solle alles rüber bringen damit wir den Truck beladen können. Auf die Frage was es kosten würde antwortete er: “Selbstverständlich nichts, ich fahre ja sowieso dahin.” Wahnsinn. Wir packten also alles auf seinen Lastwagen. Dann wurde es auch schon dunkel und er lud mich zum Abendessen mit seiner Familie ein. Ich durfte die Dusche benutzen und in einem super bequemen Bett schlafen, bevor es um 4 Uhr morgens losging.

Mit dem uralten, klapprigen Mercedes Laster fuhren wir nach “Santiago”. Dort kamen wir um 9 Uhr, im südlichen Teil, weit weg von der Werkstatt an. Nun brauchte ich noch einen Transport bis dahin. Also rief ich meine Freunde Roberto und Ricardo an. Die waren zwei Stunden später mit ihrem Lieferwagen da und holten mich ab. Somit kam ich am Samstagmittag, keine 20 Stunden nach meinem “Breakdown” und hunderte km entfernt, in der Werkstatt an.

Unglaublich, normalerweise würde das ein kleines Vermögen verschlingen und einige Tage in Anspruch nehmen. Es hat mich aber nichts gekostet, ausser einem Frühstück und einige Biere 🙂

Nach dem Wochenende kam mein guter Freund Claudio, ein super Mechaniker aus dem Urlaub zurück und half mir den Motor zu reparieren, alle wichtigen Teile zu ersetzten und diese durch seine Kontakte günstig zu kriegen. Somit war ich am Mittwoch schon wieder ready.

Juhuuuuuu. Es ist schier unglaublich einen solchen Schaden so schnell und günstig zu beheben.

Dank meiner Freunde und den netten Leuten in “Llico” war ich nun schon wieder startklar.

Muchas, muchas gracias Kelo, Roberto, Ricardo, Claudio y Johnny por su ayuda. Son unos genios 🙂

Nun fuhr ich im Eiltempo in zwei Tagen, 1300 km mit einer Übernachtung bei Perez in “Curacautin”, nach “Villa la Angostura” um dort pünktlich zum Weltcuprennen meine Zelte aufzuschlagen.

19. Feb. 2019 – TV Bauma in Santiago

Endlich wieder in Santiago angekommen, wurde natürlich in Johnny’s Werkstatt gefeiert. Über 8 Monate habe ich die Jungs nicht mehr gesehen.

Wie es der “Zufall” wollte kamen diese Woche Luzia vom TV Bauma und ihr Freund Jan in Santiago an. Auf ihrer längeren Reise mit dem Fahrrad durch Nordeuropa und Asien, verschlug es sie nun nach Südamerika. Ich habe also die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die beiden in die Welt der Latinos einzuführen und ihnen die Stadt zu zeigen. Natürlich nahm ich sie mit zum BBQ in der Werkstatt, wo einem auch immer lokale Bräuche, Trinkgewohnheiten und jugendfreie Liedertexte, liebevoll beigebracht werden. Ich bin überzeugt, dass war ihr Highlight in Santiago. Hahaha.

Sie brachen dann nach einer Woche Sprach- und Lebensschule mit ihren Fahrrädern, schwer beladen Richtung Norden auf. Ihr Ziel war es bis nach Ecuador zu kommen und als Höhepunkt die “Galapagos Inseln” zu besuchen. Viel Glück und Spass euch beiden…

Für mich ging es dann weiter auf eine kleine Runde Richtung Süden. Ich wollte unbedingt, nächstes Wochenende in “Curacautin” bei den Perez (da war ich letztes Jahr schon 2 Mal: 28. Feb. 2018 – Gastfreundschaft)

ein BBQ mit den Werkstattfreunden geniessen und dann weiter über die Anden bis nach “Villa la Angostura” Argentinien zum Motocross Weltcuprennen wo ich letztes Jahr die Gruppe “Chachitos” kennengelernt habe. Da wollten wir uns wiedervereinen 🙂
Link letztes Jahr: 8. März 2018 – Motocross Weltcup

Und natürlich etwas mehr sehen vom sogenannten “Kleinen Süden” von Chile und auf der argentinischen Seite die legendäre Ruta 40 komplettieren, da mit nur noch 2 kleine Stücke fehlten.

Na dann looooooooos….

11. Feb. 2019 – San Juan

Nun war es an der Zeit mein Motorrad wieder flott zu machen. Das wird einige Zeit dauern.

Da ich eigentlich das Land nach 2 Tagen hätte verlassen müssen, damit sie mir das Motorrad (Visum 8 Monate läuft ab) nicht wegnehmen am Zoll, musste ich auf dem Strassenverkehrsamt eine Spezialbewilligung einholen mit einer Bestätigung des Mechanikers, dass die Maschine nicht fahrtauglich ist. Somit kriegte ich einen Monat verlängert, durfte aber in der Zeit keinen Meter weit fahren. Ich habe also den km-Zähler abmontiert, damit ich sobald wieder fahrtauglich, mein Töffli auch benutzen konnte 🙂

Während den nächsten Wochen renovierte ich neben meiner Tornado auch Teile der Werkstatt, welche vor 1,5 Jahren abgebrannt waren. Ich hatte ja letztes Mal hier schon div. Renovationsarbeiten gemacht.

(Beitrag: 24. November 2017 – Mech. Rossetti)

Gepennt habe ich in der Werkstatt auf einer alten Matratze, geduscht mit einem Eimer, welcher mit dem niedrigen Wasserdruck 10 Minuten lang brauchte, bis er voll war und gekocht mit meinem kleinen Gaskocher. Ich war eigentlich fast ausschliesslich in der Werkstatt, ausser wenn ich mich Mal mit Freunden zum BBQ getroffen habe. Die Hitze war teilweise unerträglich. Bis zu 40 Grad waren angesagt.

Schlussendlich musste ich dann im Eiltempo das Land verlassen. Ich habe bis auf den letzten Drücker gearbeitet, weil ich unbedingt die abgebrannten Räume fertig renovieren wollte.

Früh morgens ging es dann los mit meiner, sich wieder in Bestform befindender Tornado.

Unterwegs übernachtete ich noch eine Nacht im Nationalpark “Leonsito” bevor ich dann bei spektakulärem Wetter über die Anden Richtung “Santiago de Chile” düste.

16. Jan. 2019 – Rückkehr nach Südamerika

Nach einer fast schlaflosen Nacht, da ich noch so viel zu organisieren hatte im (natürlich) letzten Moment und Verabschiedung meiner Liebsten, fuhr ich nun mit dem Bus aus meinem Heimatdorf hinaus. Ich war sehr traurig, konnte mich kaum unterhalten mit den Leuten, welche ich noch zufällig getroffen habe.

Etwas war sehr aufgewühlt in mir. Ich war nervös und gelassen zugleich und freute ich schon bald wieder auf meine Freunde auf der anderen Seite der Erde zu treffen.

Die Reise war reinste Routine. Mit dem Flugzeug ging es nach Rom, Buenos Aires und Santiago de Chile. Dort besuchte ich für einige Stunden meinen Kumpel Ivan, bevor es am selben Tag mit dem Bus weiter nach Argentinien ging. Nach einer insgesamt drei Tage langen Reise kam ich endlich am Ziel an. Die Motorradwerkstatt meines Freundes Gabriel in “San Juan”. Es war so schön ihn, seine Familie und viele weitere Freunde wieder zu treffen.

Ich musste natürlich sofort mein Baby hervorholen. Mein geliebter Tornado. Ganze 8 Monate musste ich ohne sie auskommen.

Mein Motorrad ist wie ein zusätzliches Körperteil von mir müsst ihr wissen. Wie James Bonds Walther PPK, Captain America’s Schild, Thors Hammer oder Iron Man’s Rüstung (aber mit viel mehr Funktionsstörungen, Hahaha).

14. Jan. 2019 – Abschied

Nach einem extrem intensiven und heissen Sommer kam der sehr späte Herbst. Es gab kein Wochenende wo nicht irgendwo was los war und schon war auch der Winter da und dann das neue Jahr.
Es gab noch sehr viel zu organisieren, da ich am 14. Januar wieder für unbestimmte Zeit nach Südamerika reisen würde.

Eigentlich hatte ich im Moment gar keine Lust wieder wegzugehen. Ich hatte mich wieder so an das Leben in der Schweiz gewöhnt und es war einfach ein grandioser Sommer mit super Erlebnissen und tollen Leuten.
Aber der Flug war gebucht. So geht es mir eigentlich immer. Ich gewöhne mich schnell an etwas, will dann gar nicht mehr weg und muss mich schlussendlich dazu zwingen. Wenn ich dann aber losgezogen bin, gefällt es mir auch wieder. Trotzdem war ich sehr traurig als ich mich von allen verabschiedete. Ich konnte kaum glauben, dass die 8 Monate schon wieder rum waren.

Aber jetzt geht es auf zu neuen Abenteuern und das freut mich sehr.

Hasta luego, liebe Freunde. Danke für die schöne Zeit und bis zum nächsten Mal in der Schweiz.

9. Sept. 2018 – Job & Sport

Schon nach ein paar Wochen zu Hause hatte ich per Zufall wieder einen Job gefunden.
Die Firma “Gurtner Haustechnick” in Guntalingen brauchte dringend einen Hilfsarbeiter für ihren Bodenbelag-Spezialisten Toubz, welcher zufällig auch gerade mein Cousin ist 🙂
Wir machten vor allem Triflex Flüssigkunstoff Beläge auf Balkone, Garagenböden, Flachdächer, …
Das Material ist zwar sehr teuer, hält dafür umso besser und länger.
Zwischendurch war auch mal Sanitär, Spengler- oder Dachdecker-Arbeit angesagt.
Der Job hat mir sehr gut gefallen. Meist im Freien, körperlich sehr streng und mit Toubs ist auch immer Action angesagt. Häufig arbeiteten wir mittags durch oder machten kurz 10 Minuten Pause, um einen Cervelat zu mampfen. So wird es einem auch sicher nie langweilig 🙂

Sportlich wollte ich mich auch wieder auf Vordermann bringen. Da während den letzten 3 Monate auf dem Motorrad ein kleines Bäuchlein herangewachsen war 🙂
Ich ging also wieder regelmässig in den Turnverein und machte die restlichen Wochentage intensives Aufbautraining. Mein grosses Ziel war es nämlich an den Vereins Schweizermeisterschaften mitzumachen. Es war ein harter Weg. Nach 3,5 Jahren ohne Turnen sind alle nötigen Muskeln komplett weg. Aber mit der Zeit kehrten die Muskeln zurück und das Gefühl für Körper und Gerät ebenfalls.

Ich habe es dann tatsächlich geschafft und erfolgreich am Barrenprogramm des TV Dägerlen an der SMV in Burgdorf teilgenommen. Natürlich konnte ich nicht die schwierigsten Übungen turnen. Dafür fehlte noch ein bisschen aber ich war mit der einfacheren Stufe auch sehr zufrieden.

10. Juli 2018 – Suiza

Kaum angekommen, fuhr ich vier Tage später auch schon wieder los und zwar mit dem Flixbus nach “Genua”. Von dort aus nahm ich ganz spontan an der Energy Cruise teil. Einige Swissrings-Turnerkumpels sind auch dabei, wissen aber noch nicht, dass ich zurück bin. Als sie im Hotel ankamen, öffnete ich als Portier die Türe. Die Gesichter hättet ihr sehen sollen. Hahaha.
Dann waren 4 Tage Partyhard, Sonne, Meer und Stadtausflüge angesagt mit Highlight “Ibiza”
Unvergessliche Tage (falls man sich noch erinnert :-))

Aber das reisst auch ein schönes Loch ins Portemonnaie.
Ich sollte also auch langsam, nach einem Job Ausschau halten.

In den ersten paar Wochen zu Hause, ging es drunter und drüber.
Ich war immer unterwegs. An den Wochenenden war immer Turnfest angesagt. Dort traf ich so viele Turnkamerad/Innen, ich konnte kaum Mal 2 Minuten verschnaufen, so viel wurde gequatscht. Hahaha. Und dann natürlich auch gefeiert 😉

Im Public Viewing, Halle 11 der Fussball WM arbeitete ich sehr häufig hinter der Bar und war sowieso fast jeden Tag dort. Da trifft man doch früher oder später gerade auch alle Leute unserer schönen Gemeinde Dägerlen wieder und auch sonst viel Leute aus der Region. Das war super. Und da ich ja noch nicht gearbeitet habe, konnte ich immer bis zuletzt mit den Leuten über alte und neue Zeiten zu philosophieren. Da wurde mir wieder bewusst, in was für einer  tollen Gemeinde ich lebe. So viele lässige Leute.

Ich durfte mich mit vielen Menschen verabreden, wurde zum Essen eingeladen und erzählte tausend Mal dieselben Geschichten. Aber ich mache das sehr gerne da es immer toll ist Freunde wieder zu sehen und zu erfahren wie es ihnen ergangen ist. Aber zwischendurch braucht man dann doch mal ein Päuschen 🙂

1. Juni 2018 – Back Home

Ich war so lange von zu Hause weg. 3,5 Jahre lang zog ich durch die Welt, lebte in anderen Kulturen mit Menschen ganz anderer Mentalität und Einstellungen.

Kein Wunder war ich sooo unglaublich nervös und hatte irgendwie auch Angst. Was erwartet mich zu Hause, wie werde ich aufgenommen, fühle ich mich noch als Schweizer und kann ich mich wieder einigermassen eingliedern oder bin ich nun zu sehr Latino geworden ?

Ich war so nervös, dass ich richtig gezittert habe als ich den Flug buchte und konnte kaum noch schlafen. Im Flugzeug war ich extrem angespannt aber nun konnte ich nicht mehr zurück.

Es war ein sonniger Mittag beim Landeanflug und mir wurde bewusst, wie wunderschön unsere kleine Schweiz doch ist.

Als ich im Flughafen wieder Schweizerboden unter den Füssen hatte, war ich so überfordert mit dem Schweizerdeutsch, dass von allen Seiten auf mich einprasselte, dass ich Musik hören musste.

Im Zug und Postauto nach “Rutschwil” klebte ich am Fenster und sog die Landschaft in mich auf.
Kurz vor der Rutschwiler Ortstafel hielt ich kaum noch aus. Ich explodierte fast vor Nervosität.

Dann endlich kam ich in meinem Zuhause an. Es war wunderschön. Ich konnte endlich wieder meine Familie und Freunde in die Arme nehmen und am Abend ging ich direkt in den Turnverein, um meine zweite Familie zu begrüssen.

Am nächsten Tag war direkt Turnfest angesagt, was ja sooo geil war.

Ich bin überglücklich wieder Zuhause zu sein….

25. Mai 2018 – Schwierigste Entscheidung

Während der ganzen Tour durch Patagonien hatte ich viel Zeit nachzudenken. Ich fuhr ja über 14’000km und war meist alleine im Helm 🙂

Ich überlegte immer wieder, was ich nach Patagonien machen werde. Ich hatte verschiedene Ideen. Unter anderem stellte ich mir auch vor wie es sein würde, nach Hause zu gehen. Nach 3,5 Jahren Familie und Freunde wieder zu sehen und mein geliebtes Heimatland. Zu Turnen und die Turnfester zu geniessen. Einfach wieder Mal so leben wie früher.

Bei all den verschiedenen Ideen über Tauchen in Mexiko, Surfen in Panama, irgendwo Arbeiten, Motorradfahren in Bolivien und vieles mehr, gefiel mir doch der Gedanke daran den Sommer in der Schweiz zu verbringen, immer mehr, bis ich nur noch daran denken konnte. Mein Heimweh wurde so stark wie noch nie zuvor. Also entschied ich mich zum Schluss sehr spontan, endlich nach Hause zu gehen.

Da ich mein Motorrad hierlassen musste, fuhr ich von “Tongoy” direkt nach Argentinien.
Normalerweise kriege ich in jedem Land ein 3 Monatsvisum für mein Moppet. Aber genau beim Grenzübergang zwischen “Santiago” und “Mendoza” gibt es 8 Monate für Fahrzeuge. Ich wollte aber lieber 10 Monate. In “San Juan” wo ich mein Baby in der Werkstatt meines Kumpels Gabriel einstellen konnte, ging ich auf das Strassenverkehrsamt (da kenne ich jemanden) um auszuchecken ob ich das Visum noch 2 Monate verlängern konnte. Leider unmöglich und schmieren geht auch nicht, da mittlerweile alles mit einem Computersystem kontrolliert wird. Nun wusste ich, dass mir genau 8 Monate blieben. Sollte ich das Motorrad bis dahin nicht aus dem Lande gefahren haben, würde es mir weggenommen werden oder ich müsste eine saftige Busse bezahlen, mehr als es noch Wert ist.

Ich buchte also den Flug und fuhr am nächsten Tag nach einem Abschieds-BBQ in der Werkstatt von Gabriel, rüber nach “Chile”, da die Flüge von da einen Drittel günstiger waren.
Nach einer Abschiedsparty im Hostel “Ventana Sur” von Ivan und noch einem Abschieds-BBQ bei Johnny und flog ich dann Richtung Heimat.

21. Mai 2018 – Pfad der Verrückten

Am Samstag war dann der grosse Ausritt. Fast alle warfen sich in Montur. Zwei Routen standen zur Auswahl. Ich entschied mich für die Anspruchsvollere. “Sendero de los Locos” (Pfad der Verrückten). Alle trauten sich nicht. Aber ich dachte wann hat man schon mal die Gelegenheit mit den Vollprofis mitzufahren… Wir waren nur zu acht.

Schon nach kurzer Zeit wurde mir klar warum der Name. Es ist eine sehr anspruchsvolle Route. Über Kies, Sand, Geröll, Dreck, steile Hügel hinauf und noch steilere Abhänge hinab, dem Strand entlang und durch Felslandschaften hindurch. Die 6 Stunden Fahrt hätten nicht strenger sein können. Trotz lokalem Guide haben wir uns verfahren, mussten die Bikes teilweise zu fünft aus dem Dreck den Hügel hinauf stossen und es gab viele Stürze. Jeden von uns hat es erwischt. Mich zum Glück nur einmal. Ich stürzte übers Geröll fahrend, auf die Seite. Nichts schlimmeres aber ein riesiger blauer Fleck, sollte für Monate zu sehen sein und das Gehen viel mir eine Zeitlang schwer.
Ein Australier hatte es ganze 15 Mal überschlagen. Der war halb tot zum Schluss.

Als wir am Abend doch noch mehr oder weniger heil zurück kamen war ich sehr erleichtert. Aber es war ein Wahnsinns Tag. So was habe ich noch nie erlebt. Adventure pur…

Später wurde dann der Geburtstag zelebriert und auch dass wir alle noch lebten 🙂
Eine Feier mit nur Bikern, gutem Essen, viel zu Trinken, viele Räubergeschichten und viel zu Lachen.
Später liessen wir den Abend auf der Terrasse am Lagerfeuer mit Blick aufs Meer ausklingen.

19. Mai 2018 – Tongoy

Nach einer längst überfälligen Rasur in Sanitago, blieben mir in der Werkstatt ein paar Tage, um meine Tornado etwas zu warten. Am folgenden Wochenende war ich an eine Geburtstagsparty in “Tongoy” (400km nördl. von Santiago) eingeladen.  Pompeyo, eine alte Biker Legende in Chile und bester Freund von Johnny, lebt dort und führt ein kleines Hotel.
Ich fuhr also für ein verlängertes Wochenende mit den Jungs der Werkstatt nach Norden.

Unterwegs löste sich an der Gabel des hinteren Rades ein Deckel. Zum Glück fuhr Johnny hinter mir und stoppte mich. Beim Fixieren bemerkte ich, dass die Mutter der Hinterachse durchdrehte. Viel machen konnte man nicht. Ich kontrollierte optisch während der Fahrt alle 2 Minuten die Mutter.

Auf der Autobahn mit 100 km/h löste sie sich dann tatsächlich. Ich stoppte sofort. Wir versuchten das Problem provisorisch zu lösen. Zum Glück hatte ich genügend Material bei mir, um die Achse zu fixieren. Ich fühlte mich etwas wie Mac Gyver. Hahaha. Später in “Tongoy”, sollte ich hoffentlich eine Ersatzmutter in der Werkstatt von Pompeyo finden. Und so war es dann auch.

Ich hatte ein riiiiiesiges Glück. Hätte sich der Deckel nicht gelöst und hätte Johnny das nicht gesehen, wäre mir nicht aufgefallen, dass das Gewinde der Mutter durch war und ich hätte diese wahrscheinlich irgendwo mit 100 Sachen verloren. Dann hätte es einen bösen Unfall gegeben.

Die Zeit in “Tongoy” war super. Jeden Tag wurde zusammen gegessen, gesurft, die Halbinsel erkundet und von Tag zu Tag kamen mehr geladene Gäste an. Über 40 waren es zum Schluss. Selbstverständlich alles Motorradfahrer.

12. Mai 2018 – Erneut bei Perez

Schon zum dritten Mal passierte ich den Grenzübergang nach “Villa la Angostura”. Pünktlich zum Wochenende kam ich an, um dort nochmals einige einheimische Freunde zu treffen.

Danach fuhr ich die “Ruta 40” weiter nach Norden, durch die traumhafte Seenlandschaft bei “San Martin de los Andes”, “Zapala” und “Las Lajas”. Von da aus überquerte ich die Anden nach Chile und besuchte erneut Ester und Yamil in “Curacautin” für 2 Tage. Ich genoss noch einmal die Gastfreundschaft, die Natur und das definitiv bessere und wärmere Klima als im Süden.
Nun war ich dem Winter endlich Entkommen und sogar etwas voraus. Bald wird es aber auch hier schneien.

Es waren nur noch zwei Tage Autobahn und ich kam heil und mit dem letzten bisschen Gummi auf dem Hinterreifen in “Santiago de Chile”” in Johnnys Werkstatt an. Und die Schraube des Öltanks konnte ich quasi von Hand herausziehen, da das Innengewinde komplett ausgerissen war.
War wen interessierts 🙂 Ich hatte es geschafft.

3 Monate Patagonien, 14’000 km hinter mir, diverse Reparaturen, viele Nächte bei unter Null Grad im Zelt irgendwo in der Natur ohne Strom und Dusche, super Bekanntschaften und neue Freunde, grandiose Abenteuer und tausende spektakuläre Fotos der unglaublich schönen, vielfältigen und häufig unberührten Natur Patagoniens.

4. Mai 2018 – Fitz Roy

Da ich die letzten Tage immer bei Minustemperaturen und komplett nass im Zelt gepennt hatte, war es wieder mal Zeit für ein bequemes Bett in einem warmen Hostel. Da gerade Wochenende war, suchte ich etwas in “Calafate” und verbrachte das Wochenende mit dem Schweizer Paar Celina & Joel und den durchgeknallten deutschen Hühnern Caro & Clara 🙂

Da es so super lustig war, trafen wir uns später alle wieder in “El Chaltén”. Ein nettes, kleines Bergdörfchen in Argentinien. Ausgangslage zu diversen Wanderungen unter anderem zum legendären “Fitz Roy”

Während diesen Tagen, waren wir eine lustig zusammengewürfelte Truppe. Die Leute aus “Calafate”, einige Argentinier, der kanadische Drogendealer, und nicht zu vergessen der komplett durchgeknallte, russische Birdman 🙂

Alle Wanderungen konnte wir nicht mehr machen, da teilweise schon über ein halber Meter Schnee lag. Es war aber trotzdem sehr nett. Vor allem der “Fitz Roy” welcher erst am letzten Tag, kurz vor der  Abreise komplett  zu sehen war.

Einen Tag weiter nördlich kam ich nicht mehr weiter, da die Strassen nach Norden, wegen starkem Regen nicht mehr befahrbar waren. Ich pennte eine Nacht neben einer Tankstelle. Am nächsten Tag wurde immer noch gesagt, es wäre zu gefährlich mit dem Motorrad. Zufällig traf ich an der Tankstelle im Verlauf des Tages, weitere Motorradfahrer. Ein Paar aus Buenos Aires, eine Deutsche, welche einmal um die Welt fährt und der deutsche Lehrer Willy, der ein Motorrad für nur ein paar Wochen gekauft hatte. Zusammen nahmen wir die Strecke in Angriff. Falls etwas passieren würde, würden wir einander helfen oder sogar vor Ort die Zelte aufschlagen. Aber siehe da. Wir schafften die Schlammstrasse fast unbeschadet. Nur ein Sturz war zu verzeichnen. War aber nicht schlimm.

Die nächsten paar Tage reisten wir zusammen Richtung Norden, kochten abends immer zusammen und teilten Wein Bier und Fernet Branca. Am Morgen konnten wir jeweils nicht mehr vor 11.00 Uhr losfahren, da Motorräder und Strassen gefroren waren.

In “Esquel” trennten sich unsere Wege leider wieder. Bei mir ging es rüber nach Chile.

Anstatt heftigen Wind, erwartete mich starker Regen. So schnell wie möglich ging es via “Chaiten” und einigen Fähren nach “Puerto Varas” zu den Eltern von Claudio. Dort konnte ich noch einmal einen Ölwechsel machen bevor es weiter ging.

19. April 2018 – Punta Arenas & Torres del Paine

Nach dieser tollen Zeit am Ende der Welt, wurde es nun auch wieder Zeit die Reise nordwärts anzutreten, da ich ja nun doch etwas länger hängen geblieben bin und der Winter sicher kommen wird. Es schneite teilweise schon.

Nächster Stopp war “Punta Arenas”. Die grösste chilenische Stadt in Patagonien. Unterwegs übernachtete ich nochmals bei Franco in “Rio Grande”.

Für “Punta Arenas” fand ich in Couchsurfing den Biker Christian welcher mir Obdach gewährte. Er war super gastfreundlich, zeigte mir die Stadt in seinem Cabriolet, nahm mich mit an die Sitzung seines Biker-Clubs und an Geburtstagspartys von Freunden. So wurde mir nicht langweilig.

Tagsüber musste ich noch diverse Ersatzteile organisieren. Da es hier eine Dutyfree Zone gibt, ist es ideal, um einige Besorgungen zu machen. Schlussendlich blieb ich wieder 10 Tage hängen und machte auch noch einige Ausflüge mit Carolina, einer Freundin von Cristian und ihrer Familie. Es war super cool aber ich musste weiter.

In “Puerto Natales” angekommen wollte ich per Fähre nach Norden reisen, um der Kälte zu entkommen. Die war aber gerade defekt wegen eines Unfalls. Also fuhr ich weiter zum berühmt, berüchtigten “Torres del Paine” Nationalpark. Es regnete die ganze Zeit, so war ich komplett durchnässt als ich das Zelt aufbaute. Andere Touristen haben die 4 Tageswanderung abgebrochen, weil es so stürmisch war. Deshalb wollte ich am nächsten Morgen direkt weiter. Aber entgegen der Wettervorhersage war plötzlich super Wetter und ich wanderte hoch zu den Torres-Felstürmen, um noch knapp ein Foto zu schiessen bevor diese, eine Minute später im Nebel versanken. Glück gehabt. Und dass nur ein paar Tage bevor der Park schloss. Jippiiii.

6. April 2018 – Ushuaia

Zuflucht fand ich bei Carla, einer Freundin von Franco (bei dem ich die letzten Nächte gepennt hatte) und ihrer Mutter, in einem kleinen Häuschen in der Stadt.

Die nächsten Tage erkundete ich “Ushuaia” hauptsächlich zu Fuss (mal den Hintern etwas schonen :-)). Weit kam ich aber nicht. Da bei Carla immer wieder Leute zu Besuch waren und immer eine top Stimmung herrschte, war dauernd Party angesagt und das war auch gut so nach der langen Reise.

Am Wocheneden war dann das Enduro Rennen. Wir fuhren zur Strecke, um die verrückten Motorrad- und Quad-Fahrer auf der halsbrecherischen Strecke zu beobachten. Franco fuhr auch mit.

Nach dem Rennen kam das ganze Team ins Häuschen von Carla. Es wurde wie wild an den Motorrädern geschraubt und gefeiert. Am nächsten Tag begleiteten wir Franco beim Rennen zurück nach “Rio Grande” und ich wurde zu seinem offiziellen Fotografen ernannt 😊

Nach dem Rennen gab es BBQ bei Francos Familie und abends sassen wir wieder alle zusammen bei bester Stimmung und Fernet ;-). Tags darauf fuhren wir zurück nach “Ushuaia”. Das war mal ein Wochenende 🙂 Nun raffte ich mich doch noch auf und machte einen Ausflug mit dem Motorrad. Ich fuhr die “Ruta J” bis ans Ende (ca. 130km). Der südlichste Punkt der per Strasse erreicht werden kann.

Sehr spezielle Stimmung. Sehr kalt, windig, regnerisch und die Bäume stehen alle komplett schräg, da stetig sehr starke Winde herrschen. Kaum zu glauben, dass da unten noch Menschen leben. Als dann plötzlich noch die Sonne hervorkam, wurde die Landschaft in komplett neue Farbtöne gelegt.

Super schön und ein würdiger Abschluss.
Ich hatte eine geniale Zeit am “Culo del Mundo”

Muchas gracias chicas locitas, Carla y Sandra. Espero que nos vemos pronto de nuevo.

6. April 2018 – Ende der Welt

Als ich nun endlich in “Ushuaia”, das Ende der Welt einfuhr, konnte ich nicht glücklicher sein.
So viele Strapazen und 7000km lagen hinter mir.

Schon letztes Jahr wollte ich hier runter. Dann habe ich aber mehrere Monate mit Reparaturen verloren und konnte letztlich wegen des Wintereinbruchs die Reise nicht mehr fortsetzen. Ich musste in “Mendoza” überwintern und habe da ein halbes Jahr gearbeitet, um die nächste Saison abzuwarten.

Lange war ich auch unsicher ob mein Motorrad durchalten würde. Von diversen Mechanikern wurde mir davon abgeraten. Reisende, die mir entgegenkamen, sagten immer “Du spinnst ja so spät in der Saison noch mit dem Motorrad da runter bei der Kälte dem Wind und Regen”.

Schlussendlich habe ich es aber doch durchgezogen und werde nun mit einem wunderschönen Glücksgefühl und einer sensationellen Abendstimmung belohnt.

Ich war zugegeben so richtig emotional.

“Ushuaia”, Fin del Mundo (Ende der Welt)

Von den Einheimischen auch liebevoll “Culo del Mundo” (Arsch der Welt) genannt 🙂

28. März 2018 – Mech. Morty

Am 26. März kam ich in “Rio Grande” auf der riesigen Insel, “Tierra del Fuego” (Feuerland), auf argentinischer Seite an.

Es wurde wieder einmal Zeit für einen Ölwechsel und Check meines Babys. Sie hat sich gar nicht so schlecht gehalten bis jetzt und nun fehlen noch 200km bis “Ushuaia” meinem grossen Ziel. Und da will ich nicht noch einen Schaden erleiden auf den letzten Kilometern.

Mir wurde Facundo empfohlen. Der Mechaniker mit der saubersten Werkstatt in ganz Südamerika. Und tatsächlich! Ich habe noch nie eine so ordentliche Werkstatt gesehen, schon fast schweizerisch 🙂

Facundo, von allen nur Morty genannt, ist ein super cooler Typ. Auch seine Freunde und Klienten waren super drauf. So lud mich Franco, ein lokal bekannter Enduro Fahrer, ein um in seinem Haus zu übernachten. Und am Abend gab es natürlich noch einige Biere in der Werkstatt. Es war eine so tolle Stimmung, dass ich gleich noch einen Tag länger blieb. Die Jungs waren voll in den Vorbereitungen für das längste Enduro Rennen in Südamerika, welches von “Rio Grande” nach “Ushuaia” und zurück führt und 2 Tage dauert. Später am Abend gab es natürlich ein BBQ. Einer der Fahrer des Rennens ist Anwalt und wollte mich, als er hörte das ich Ingenieur bin, gerade für seine Firma anheuern, welche er am Aufbauen war. Interessant. Ich hätte mich aber für mindestens ein Jahr verpflichten müssen und die Stadt gefiel mir nicht sonderlich. Also winkte ich dankend ab 🙂

Gracias locitos por todo su ayuda y hospitalidad

Am nächsten Tag nahm ich nun die finalen 200km in Angriff, um das Ende der Welt zu erreichen und ich war scheissnervös….

26. März 2018 – Typisch Patagonien

In “Bariloche” fand ich ein cooles, günstiges Hostel. Als entschloss ich mich, ein paar Tage zu bleiben, da ich ja auch genau am Samstag Geburtstag hatte. Mit Freunden ging ich dann zum feiern und als wir, wie gewöhnlich für Argentinien um ca. 2.00 Uhr in die Disco wollten, machten die bereits zu. Hmmmmm.
Da am nächsten Morgen ein Iron Man stattfand, entschied der Bürgermeister alle Clubs um 2.00 Uhr zu schliessen. Super. Und dass an meinem Geburtstag. Tja. Pech gehabt.

Mit dem Motorrad machte ich einen Tagesausflug durch die Gegend von “Bariloche” vorbei an Seen durch Wälder, die bekannte Brauerei des leckeren Patagonia Bier und “Colonia Suiza”, eine ursprünglich Schweizerische Kolonie, welche heute aber nur noch als Touristenattraktion taugt und mich eigentlich gar nicht so an die Heimat erinnert 🙂

“Bariloche” ist sehr schön mit einer netten Altstadt, leider aber zu touristisch, sehr teuer und vom Luxus geprägt.

Nach ein paar Tagen ging die Reise weiter durch das kleine Hippie-Städtchen “El Bolson” wo ich eine Tango Lektion bekommen habe und dann via “Esquel” wieder rüber nach Chile. In “Futaleufu” kam ich komplett durchnässt und spät abends auf einem Camping an. Zum Glück konnte ich in der Aufenthaltshütte pennen und musste nicht noch mein Zelt im Regen aufbauen.

Weiter südlich in “Coyhaique” machte dann mein Motorrad wieder mal schlapp und wollte einfach nicht mehr starten. Ich konnte den Schaden trotz allen Bemühungen nicht beheben und da bereits Samstagnachmittag war, konnte ich auch keine offene Werkstatt finden. Zufällig traf ich auf der Strasse jemanden der einen Mechaniker kannte. Dieser holte mich und mein Sorgenkind mit einem Bus ab. Es stellte sich heraus, dass nur das Zündkerzenkabel etwas aus der Fassung gerutscht war aber nicht ganz. Somit konnte ich es nicht erkennen 🙂
n ja somit war es nichts schlimmeres und ich konnte die Reise am nächsten Morgen fortsetzen.

Nächster Stopp war “Puerto Rio Tranquilo”, mit seinem spektakulären Gletscher und den Marmorinseln. Folgender Link ist sehr interessant. Link

Je weiter südlich ich kam, desto weniger Zivilisation war da. Die nächsten paar Wochen war ich fast ausschliesslich in der Natur unterwegs, habe immer im Zelt geschlafen und war teilweise bis zu 5 Tage ohne Campingplatz und Dusche. Nachts hatte es bereits unternull Temperaturen. Viel Regen und Wind beim Fahren. Teilweise hat es mich fast vom Sitz geblasen und ich musste mich immer in starker Schräglage und reduzierter Geschwindigkeit vorwärts kämpfen. Abenteuer pur und die Natur ist einfach spektakulär da unten.

Ich hätte so viel zu erzählen aber ich würde mich verlieren. Zieht euch einfach die Fotos rein….

Typisch Patagonien 🙂

8. März 2018 – Motocross Weltcup

Von den Medina’s aus fuhr ich nun Richtung Argentinien. Auf der Autobahn hörte ich ein komisches Geräusch unter dem Motorrad und hielt sofort an. Das Kettenglied der Antriebskette hatte sich gelöst und hielt nur noch mit den 2 Stiften ohne Sicherung. Damit konnte ich keinen Meter mehr fahren. Ich versuchte es aber verlor sofort die Kette. Ich probierte dann die Kette Notfallmässig zu reparieren aber es fehlte mir an schwerem Werkzeug. Zufällig waren auf der anderen Autobahnseite Strassenarbeiter zu Gange. Die halfen mir dann mit grosser Zange und Hammer die Kette zu reparieren. Ganz tolle Jungs.

Ich fuhr weiter Richtung “Villa la Angostura”. Da wollte ich mich in mit meinen Freunden aus “San Juan” zum Motocross Weltcuprennen treffen. Im letzten Moment haben sie aber abgesagt. Also wollte ich auch nicht bleiben und zufahren. Am Grenzübergang lernte ich zufällig eine Gruppe Argentinier kennen, welche auch für den Weltcup da waren und mich einluden zum BBQ am nächsten Tag. Also blieb ich doch. Es war absolut genial. Super Jungs, den ganzen Tag Essen, Bier, Wein und Fernet Branca trinken, im eiskalten See baden und einfach Spass haben. Der eine war Mechaniker und half mir die Kette zu reparieren. Leider stellten wir noch fest, dass die Kupplung durch war. Naja, das wollte ich dann nach dem Weekend lösen.

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir am Weltcup Rennen an einer Lagune im Wald. Ein absolut spektakulärer Anlass und abends ging ich mit Freunden vom Campingplatz Party machen.
war ein tolles Wochenende mit super Leuten.

Nun fuhr ich zurück nach Chile zu Claudio. Bei ihm konnte ich die Kupplung eines anderen Motorrades ausbauen und meine kaputte damit ersetzen. Das war super und ich konnte viel Geld sparen. Danach fuhr ich wieder nach Argentinien und setzte meine Reise wie geplant fort 🙂