29. Mai 2019 – Zurück bei Freunden

Meine Idee war es wieder nach „Alberti“ zu meinem Freund Raba zu fahren. Als ich aber in „Rawson“ spontan noch Nico besuchte, überredet er mich, zum BBQ zu bleiben. Das konnte ich ja nicht ausschlagen 🙂
Da kam ich dann endlich doch noch zu meiner heiss ersehnten Dusche. Phoaaaaa war das schön 🙂

Er zeigte mir dann seine Firma, wo er mit einem Mitarbeiter, äusserst erfolgreich Dünger und Pestizide vertreibt, stellte mir einige seiner Klienten in deren Firmen vor und führte mich rund um das idyllische Dörfchen herum um mir die Region etwas zu zeigen. Das war genial. Abends war dann natürlich das BBQ mit Freunden angesagt.

Am nächsten Tag fuhr ich gestärkt, durch das verzehrte Fleisch, weiter nach „Alberti“ zu Raba.
Dort blieb ich noch ein paar Tage und verstaute mein Motorrad sicher in seinem Abstellschopf, da ich für den Moment ohne Motor unter dem Hintern weiterziehen wollte.
Nach einigen BBQ’s mit seiner Familie und seinen ausgeflippten Freunden, reiste ich mit dem Bus, zwei Tage lang quer durch den Kontinent, bis nach „Santiago de Chile“, da ich von dort aus einen Flug gebucht hatte, einen Flug nach…. 

16. Mai 2019 – Grosse Runde

Am ersten Tag ging es bei bestem Wetter über 500 km nordwärts, bis nach „San Gregorio de Polanco“ direkt am „Lago Rincon del Bonete“. Ich kam rechtzeitig zum Sonnenuntergang und der war einfach spektakulär. Die Sandstrände und riesigen grünen Wiesen direkt am See wirkten durch den rotglühenden Himmel und das Spiegeln an der Wasseroberfläche, noch spektakulärer.

Weiter reiste ich durch die abgelegenen Landschaften der Region „Tacuarembo“. Unglaublich wie viele riesige Landwirtschaftsflächen es hier gibt, wo man stundenlang über Kieswege fahren kann und nur ganz selten Menschen sieht. Und wenn, dann sind es Bauern beim Arbeiten. Umso mehr trifft man aber auf gigantische Kuhherden und wilde Pferde in der Einöde.

Uruguay lebt fast nur von der Landwirtschaft, vom Holzanbau und Tourismus. Deshalb ist auch in der Wintersaison, welche langsam anbrach, überhaupt nichts los im Land.
Das Wetter wurde auch wieder schlechter und es regnete fast jeden Tag. Zum Glück aber nicht zu heftig.

Meine Reise führte mich bis zur Grenzstadt „Rivera“ an der Brasilianische Grenze. Da fühlte ich mich gar nicht wohl. Die Armut und Kriminalität, war förmlich zu spüren. Da ich auch fast im Schlamm versank, kehrte ich auf meiner geplanten Route um, fuhr ein Stück zurück und nahm einen sicheren asphaltierten Weg rüber nach „Bella Union“. Dort campte ich am Dreiländereck zu Argentinien und Brasilien. Nur blöd, dass wegen den Regenfällen der Fluss über die Ufer trat. Spät abends, in der Dunkelheit blieb ich mehrere Male im Schlamm stecken und hatte Schwierigkeiten, um ein trockenes Plätzchen zu finden und mein Zelt aufzubauen, was mir aber schlussendlich dann doch noch gelang.

Am nächsten Morgen fuhr ich dem Fluss „Rio Uruguay“ an der Westgrenze entlang hinunter. Durch kleine, abgelegene, sehr friedliche Dörfchen wie „Belen“ und die grösseren und etwas schmutzigeren und teilweise vom Fluss überfluteten Städte „Salto“, „Concordia“ und „Paysandu“ bis nach „Mercedes“ wo ich wieder Zuflucht beim Motorradclub „Linyeras MC“ fand.

Die letzten Tage hatte ich immer irgendwo abgelegen in der Natur im Zelt gepennt, Naturtoiletten genutzt. Ich konnte nur selten duschen oder mich waschen. Umso enttäuschter war ich, als im Clubhaus der Motorradgang, die Dusche auch nicht funktionierte. Also fuhr ich am nächsten Tag weiter über die, in riesigem Bogen über den Fluss gespannte Grenzbrücke, nach Argentinien, in der Hoffnung da eine Dusche zu finden. Hahaha

In den zwei Monaten in Uruguay, habe ich wesentliches über das Land gelernt, viele Einheimische kennengelernt und war bei ihnen zu Gast, bin sowohl in die entlegensten Ecken vorgedrungen und habe auch die touristischen Orte erkundet. Es ist ein wundervolles Land voll aufgestellter, toller Menschen und malerischen Landschaften.

11. Mai 2019 – Kleine Runde

Mit dem Bus reiste ich zurück nach „La Paloma“ um da wieder auf meine Tornado umzusatteln.

Dann ging es der Küste entlang durch „La Pedrera“, „Aguas Dulces“, „Punta del Diablo“ und die Grenzstadt zu Brasilien „Chuy“. Nach einem Zwischenstopp in der „Quebrada de los Cuervos“, um eine Wanderung durch den Nationalpark zu machen fuhr ich bis nach „Melo“, ganz nördlich hoch.

Danach wieder runter durchs Mittelland nach „Cerro Chato“ und „Minas“. Da war nochmals Wandern angesagt und die Besichtigung der schönen Altstadt.

Von da aus fuhr ich wieder nach „Punta del Este“ um Freunde zu treffen.

Einschub:
Es ist erstaunlich wie viele, riesige Windräder, ja teilweise ganze Windräderfelder im ganzen Land stehen. Bereits weit über 50% des Strombedarfs wird durch diese erneuerbare Energie, gedeckt.
Dazu folgende interessante Artikel: Link

Da das Wetter so schlecht geworden war und es jeden Tag heftig regnete, steckte ich über eine Woche in „Punta del Este“ fest. Durch die ständigen Stromausfälle konnte man auch kaum den Laptop oder das Handy benützen und trockene, warme Plätzchen waren auch rar. Da wurde es einem schon fast etwas langweilig und die Kälte des angekommenen Herbstes war nicht sehr angenehm.
Dann besserte das Wetter zum Glück wieder und ich brach zum meiner letzten grossen Runde durch den Rest des Landes auf.

2. Mai 2019 – Montevideo

Zufällig bin ich in „Montevideo“ in das „Lounge Hostel“ des durchgeknallten Koreaners Martin geraten. Sehr einfach und günstig mit genialer Bar und bester Lage, direkt am Hafen. Alle die da gearbeitet haben waren super cool aber auch 24 Stunden lang bekifft 🙂

Marihuana ist in Uruguay legal seit ein paar Jahren. Das mag gewisse Vorteile haben. Neben den Genussmittelkonsumenten vor allem auch für den Staat. Es zeichnen sich aber auch schon negative Anzeichen ab. Da es nur in gewissen Apotheken verkauft werden darf und nur sehr schwaches Gras, besteht weiterhin ein illegaler Drogenhandel mit gutem Gras, was automatisch auch Gewalt mit sich bringt.
Und da das Kiffen weitgehen akzeptiert ist, sind junge Leute viel häufiger den ganzen Tag am Kiffen und weniger an Schule, Studium und Arbeit interessiert. Für mich ist klar, dass die Retourkutsche früher oder später für das Land kommen wird. Aber das nur nebenbei.

Das Zentrum „Montevideos“ ist sehr beindruckend mit seinen riesigen, kolonialen Gebäuden und den farbenfrohen Graffitis überall an Wänden und Böden. Man kann die Kamera gar nicht mehr weglegen und entdeckt jeden Tag neue Kunstwerke.
Insgesamt blieb ich ganze 2 Wochen in der Stadt und genoss das, für eine solch grosse Metropole, beindruckend relaxte Stadtleben.
Zum Schluss traf ich die deutschen Sandra und Andreas wieder. Noch ein letztes Mal bevor es für sie zurück in die Heimat ging.

16. April 2019 – Küste Uruguays

Die letzten beiden Wochen bin ich der wunderschönen Küste entlang gereist.
Die bekannte Kolonialstadt „Colonia del Sacramento“ ist super interessant mit all den alten Gebäuden und Pflastersteinstrassen. Dort traf ich auf das deutsche Paar Sandra und Andreas mit ihrem Hund Luke. Ein ganz tolles Trio, welches mit ihrem Wohnmobil durch Südamerika reist.

Knapp eine Stunde entfernt befindet sich die einstige Schweizer Kolonie „Nueva Helvecia“.
Ausser dem Eingangsportal und einigen Schweizer Kantonswappen an den Häusern, kann man nicht mehr viel schweizerisches entdecken. Die Ausnahme ist das „Hotel / Camping Suizo“. Das ist sehr schweizerisch und der Besitzer spricht sogar noch Deutsch (Da habe ich auch das deutsche Trio wieder getroffen :-))
Wenn man mit den Einheimischen spricht, erfährt man, dass sehr viele, Schweizer Abstammung der nun aber schon dritten Generation sind.

Weiter ging es via „Piriapolis“ nach „Punta del Este“ ein teures Luxus Ferien Paradies wo die Hochhäuser überall aus dem Boden spriessen und in der Hochsaison völlig überfüllt sein muss. Zum Glück ist diese aber schon vorbei. Es ist zwar etwas kühler, dafür hat es fast keine Leute mehr und ist bezahlbar. Leider halt auch etwas langweilig.

Nächster Stopp war „La Paloma“ ein sehr nettes Städtchen mit unglaublich schönen Stränden und einer gigantischen Lagune. Dort nächtigte ich im „Alba Luz“ Hostel. Die Besitzer Ana und Pedro sind einfach genial. Mega herzlich und hilfsbereit. Da konnte ich dann mein Motorrad einstellen, weil sich die nächste Station, „Cabo Polonio“ in einem Nationalpark, der komplett aus sandigem Untergrund besteht, befindet und nur mit speziellen Trucks erreicht werden kann.
Das kleine Hippidorf ist absolut relaxt und völlig abgeschnitten von der Zivilisation. Genial um auszuspannen, die traumhaften, im moment menschenleeren Strände und die Sonnenuntergänge zu geniessen.

Da bereits kurz vor Ostern war, galt es eine Entscheidung zu treffen. In dieser Woche ist nämlich im ganzen Land Party angesagt aber leider auch viel Regen auf dem Radar. Also entschloss ich mich nach „Montevideo“ zurück zu fahren da ein Stranddorf mit Regen nicht so spannend ist.
Meine Tornado durfte ich bei Ana und Pedro stehen lassen. Da war ich sicher, dass sie gut aufgehoben ist und liebevoll betreut wird 🙂

2. April 2019 – M.A.I Uruguay

Nach 2 Tagen fuhr ich dann weiter nach „Montevideo“ der Hauptstadt Uruguays.
Mit 1,3 Millionen Einwohnern macht „Montevideo“ mehr als 1/3 der insgesamt 3,4 Millionen Einwohnern Uruguays aus. Man bedenke, dass sind 2,5 Mal weniger als in der Schweiz, das Land ist aber Flächenmässig 4,2 Mal grösser. Da hat es also Platz zum versauen 🙂

Per Zufall bin ich vor ein paar Wochen mit der Motorradgruppe M.A.I in Kontakt gekommen. Da sind viele Motorradfahrer im ganzen Land verteilt mit dabei. Die Gruppe gibt es auch in anderen Ländern. Somit kann man gratis Übernachtungsmöglichkeiten finden, Duschen, Wäsche waschen oder Hilfe organisieren, wenn man ein Problem oder einen Schaden hat. Das ist absolut genial. So fand ich Zuflucht bei der Präsidentin des Clubs, Mariela persönlich. Sie lebt mit ihrer Familie weit ausserhalb des Zentrums von „Montevideo“, in einem eher unsicheren Viertel. Ich wurde aber von ihnen sehr gut behütet und über die Gefahren aufgeklärt. Am ersten Abend wurde ich direkt an einen Kindergeburtstag mitgenommen. Solche Anlässe arten hier drüben zu später Stunde immer auch zu Erwachsenenpartys aus. Mit gutem Essen, viel Musik, Tanz, Karaoke und reichlich flüssigem Genussmittel 😉

Da hat es mich doch auch noch zum Karaoke erwischt. Naja. Ich tat mein Bestes. Hahaha.
Es haben zwar alle gemeint es wäre super gewesen. Also Lügen können sie 🙂
Und die vielen Fotos mit dem Ausländer, dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Die nächsten Tage machten wir einen Ausflug mit den Motorrädern der Küste entlang und
ich wurde ins Clubhaus der „Motoratones“ eingeladen um die Gang kennen zu lernen. Das war ganz lässig.
Vom touristischen Zentrum habe ich gar nichts gesehen. Ich werde aber später sicher zurückkommen, um da auch noch etwas einzutauchen.

30. März 2019 – Uruguay

Am späten Abend bin ich in „Mercedes“, Uruguay an der Tankstelle angekommen, wurde von einem Freund abgeholt und ins Clubhaus des Motorradclub „Linyeras MC“ geleitet. Dort konnte ich vorläufig nächtigen und mich im neuen Land erstmals etwas orientieren.

Es war sehr kompliziert Bargeld zu bekommen. Da in diesem Land ausländische Maestro Karten nicht akzeptiert werden, sondern nur Visa. Aber Visa hat riesige Gebühren für den Bargeldbezug am Automaten. Ich fand schliesslich heraus, dass es in meinem Fall am besten ist, den höchst möglichen Betrag in US Dollar abzuheben und dann in uruguayische Pesos zu wechseln.

„Mercedes“ ist ein schönes, ruhiges Kolonialstädtchen mit rustikalen, alten Häuschen und einem traumhaften Fluss mit idyllischen Ufern als Highlight.

Uruguay ist ein sehr teures Land, das teuerste in dem ich bisher in Südamerika war. Vor allem die Lebensmittelpreise sind extrem hoch. Sogar teurer als in der Schweiz. Wenn man bedenkt, dass man mit einem normalen Beruf um die 700 US Dollar verdient, ist es fraglich wie die Menschen über die Runden kommen. Aber irgendwie geht’s. Die meisten haben auch ein Dach über dem Kopf und kommen bei einem sehr sparsamen Lebensstiel, gerade so durch. Armut sieht man eigentlich nicht viel. Das Land wirkt stabil aber einfach und bescheiden so wie auch die Menschen. Und natürlich sehr freundlich, hilfsbereit und lebensfroh.

Es ist verhältnismässig sehr sicher hier. Vor allem auf den Strassen. Die Verkehrsregeln werden streng kontrolliert und eingehalten, da sie krass hohe Bussen verteilen. Wie in der Schweiz. Da musste ich mich schon schnell umgewöhnen, sonst würde es nur so Bussen hageln 🙂